. .

Projekte

 

 

Traumatische Erfahrungen vor der Unterbringung und die Trennung von der Familie prägen fremduntergebrachte Kinder. Unser Pädagoginnen und Pädagogen bringen immer wieder Ideen zur gezielten Förderung und Unterstützung der Kinder und Jugendlichen ein. Es entstehen individuell konzipierte Projekte, die als Reaktion auf die pädagogischen Herausforderungen in den sozialpädagogischen Wohngruppen entwickelt werden. Wir danken unseren Sponsorinnen und Sponsoren für die Unterstützung, die uns die Umsetzung der Projektideen ermöglichen. Stellvertretend für die zahlreichen Projekte, die von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Europahaus des Kindes durchgeführt werden, stellen wir Ihnen einige Angebote vor.

 

 

Lamatrekking 2011 – im Burgenland ist’s windig…

 

Lamakopf - Großaufnahme….. aber dafür schön flach – was unser Auswahlkriterium für den Ort des Trekkings war. Unser Lama Picaro ist aufgrund einer Beinfehlstellung nicht mehr voll belastbar und benötigt flaches Gelände, wodurch unsere Wahl auf das Burgenland fiel. In Apetlon fanden wir einen Reiterhof, der bereit war, Mensch und Tier zu beherbergen und als Ausgangspunkt für unsere Aktivitäten zu dienen.

Da wenige Tage vor dem Trekking neue Kinder in der Wohngruppe aufgenommen wurden, stand das diesjährige Lamatrekking ganz im Zeichen der Gruppenprozesse. Die Kinder konnten die gemeinsame Zeit mit den Lamas in der Natur nutzen, um einander kennenzulernen, ein Gruppengefühl zu entwickeln und sich in Rücksicht und Toleranz zu üben. Den eigenen Platz in der Gruppe zu finden, ist ein längerer Prozess, für den die gemeinsamen Tage einen Startstein legten.

Die geplanten Aktivitäten waren sehr vielfältig und wir ließen uns nicht vom Wetter bremsen. So veranstalteten wir am ersten Tag trotz Regen eine Fährtenjagd, bei der eine Gruppe Fährten legte und die andere sich gemeinsam mit den Lamas auf die Suche begab. Der Hofhund war nicht zu halten und lief mit der ersten Gruppe mit, sodass jede Gruppe tierische Begleiter hatte. Die Kinder waren so begeistert und bei der Sache, dass ihnen der Regen kaum etwas ausmachte und auch die Lamas gaben ihr Bestes und folgten den Kindern willig. Die Fährtenjagd schulte Wahrnehmung, Konzentration und Kooperation und machte großen Spaß. Und die letzte Fährte durfte Gargamel auf seinem Halfter verstecken – der natürlich im Stall seinen Kopf senkte, sodass die Kinder nichts sehen konnten.

Bei der Millionenshow konnten die Kinder ihre sozialen Fertigkeiten trainieren und ihr Wissen Preis geben – natürlich waren auch einige Fragen zu den Lamas dabei…

Das Bekleben eines individuellen Fotoalbums und ein Nachtspaziergang standen ebenso am Programm wie eine Wanderung zum Darscho Warmsee, dessen Temperatur wir aufgrund des kalten und windigen Wetters leider nicht testen konnten. Während der wohlverdienten Rast auf einem Spielplatz konnten sich Kinder und Betreuerinnen auf der Slackline üben und es zeigte sich schnell, wer ein ausgeprägtes Gleichgewicht besitzt…

Am letzten Abend gab es dann noch ein besonderes Highlight: Als es bereits dunkel war, überraschten wir die Kinder mit einer „Grusel Night“ – Neon-Knicklichter leuchteten den Weg zum „geheimen Ort“. Auf einem Spielplatz hatten wir Stationen aufgebaut, die die Kinder absolvieren mussten, um an die Buchstaben des Lösungswortes zu gelangen. Es wurde im Sand nach Bauklötzen gegraben, der Geruchs- und Geschmacksinn getestet, in einer matschigen Masse nach Cent-Stücken gesucht, im Kriechtunnel unheimliche Tiere ertastet und aus Wolle, Ästen und Schnüren ein Lama gebastelt. Gespielt wurde in Zweierteams und am Ende musste die gesamte Gruppe zusammenhelfen, um das Lösungswort zu entschlüsseln, das den Hinweis auf das Versteck des Schatzes lieferte.

Am nächsten Tag blickten wir in viele müde Gesichter – immerhin kamen wir erst spät von der Gruselnacht zurück. Da ein Kind am Abreisetag Geburtstag hatte, gab es zur Feier des Tages Torte und eine Pferdekutschenfahrt – die gleichmäßigen Erschütterungen der Kutsche ließen so manches Kind schläfrig werden und der Kutscher war wohl verwundert ob der ruhigen Kindergruppe .

 

Unser großer Dank gilt  BAYER AUSTRIA, die auch heuer wieder die Trekkingtour für unsere Kinder finanzierten.


 

Bauchklang – Der Klang in meinem Bauch

 

 

Erlebnispädagogisches Jahresprojekt

 

Regenbogen im Hintergrund GebirgeEine pädagogische Mitarbeiterin der WG 3 hat die Qualifikation zur Erlebnispädagogin erfolgreich abgeschlossen und sie bietet dieses Jahr vier Module mit dem Titel “Bauchklang”  für Kinder und Jugendliche des Europahaus des Kindes an. Die eigene Identität entfalten zu können, sich selbst zu entdecken, Selbstbewusstsein zu entwickeln, eigene Ressourcen kennen zu lernen – dies sind Lebensthemen, mit denen wir immer wieder konfrontiert werden. Fremd untergebrachte Kinder haben oftmals durch Krisenerfahrungen der Eltern oder durch Unwissenheit ihrer Herkunftsfamilien Normen und Werte verinnerlicht, die eine  Entwicklung eines positiven Selbstwertgefühls verhindern, eine Integration in die Gesellschaft erschweren und Lebensperspektiven verzerren. Durch die Anwendung gezielter Methoden, durch intensive Naturerfahrungen und spezielle Übungen zur Achtsamkeit wollen wir gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen ihre Stärken herausfinden, ihr Selbstvertrauen stärken und  durch Biographiearbeit die Ausbildung der Identität unterstützen. Die Projekte finden an verschiedenen Orten, die ein intensives Naturerleben ermöglichen, statt. Wir danken all jenen, die mit Ihrer Spende diese Projekte für unsere Kinder möglich machen.

 

 

 

 

Slideshow – bitte Bild anklicken :-)

 

 

 

Bauchklang – Der Klang in meinem Bauch – Projektbericht „April-Projekt auf der Postalm”

 

Sonntag 17.4. bis Mittwoch 20.4.2011 von Monika Els


Kindergruppe wandert in einer winterlichen LandschaftSonntag 17.4.2011

 

Nach dreieinhalb Stunden Autofahrt kamen wir auf der noch verschneiten Postalm in Salzburg an. Die Kinder stiegen aus den Autos aus und Unruhe machte sich breit. Viel Ungewisses, wie: wohin müssen wir gehen, wie lange gehen wir, was machen wir mit dem Essenseinkauf etc. füllte den Raum. Ebenso trafen wir dort Karin, eine Erlebnispädagogin, die uns die Tage begleiten wollte, auf dem Parkplatz.

Wir besprachen mit den Kindern das Organisatorische um wieder ein bisschen Ruhe in die Gruppe hinein zu bringen. Gleich danach, mit Rucksack bepackt, spazierten wir los, quer Feld ein, Richtung Postalm. Nach zwei Stunden, die durch viel Rückenschmerzen, wegen den schweren Rucksäcken, sowie kalten Füßen, da wir noch durch den Tiefschnee stapfen mussten, gekennzeichnet waren, kamen wir endlich auf der Postalm an.

 

 

Die Kinder richteten sich ihre Zimmer ein und wir machten uns sofort ans Feuer machen, um uns warmen Tee kochen zu können.

Alle waren an diesem Tag sehr bald sehr müde. Nach einem leckeren Abendessen, welches N. und M. für uns gekocht haben, setzten wir uns in einer Abschlussrunde für den heutigen Tag vor dem Kaminfeuer zusammen.

Ich las eine Phantasiereisegeschichte vor, die den Titel „Stark wie ein Baum“ trug. Mit diesem Motto und dem Impuls, „die Stärke ist auch in dir“ begannen wir den Tag zu reflektieren. Fragen wie „was hab ich heute gut geschafft, was ist mir heute gut gelungen… durfte jeder reihum über seine heutigen Erfolgserlebnisse berichten. Danach gingen alle sehr schnell schlafen….

 

 

Montag, 18.4.2011


Am nächsten Tag standen alle sehr früh auf, da große Aufregung und Neugierde in den Kindern steckte. Die Sonne strahlte und wir genossen ein Frühstück auf der Sonnenterasse. Nach dem Frühstück starteten wir den Tag mit einem Spiel und einer Kennenlern-Aufstellungsrunde, wo wir uns nach unseren Geburtsdatum, Augenfarben, Sternzeichen aufstellten. Ein paar Kinder machten mit viel Begeisterung mit, andere wurden auf einmal fürchterlich müde und verweigerten. Nach und nach machte sich große Unruhe breit. Wir beschlossen, den Bedürfnissen der Kinder nachzugehen und setzten uns einfach auf die Terrasse und machten nichts, da sie ja angeblich soo müde waren. Nach einigen ruhigen Minuten, meinte ich, dass ich es nicht als sehr fair empfinde, wenn wir als Betreuer immer sofort auf die Wünsche der Kinder eingehen müssen und andersrum gibt es von Seiten der Kinder gar kein Entgegenkommen, wenn wir ein Spiel mit ihnen spielen wollen. Ich brachte das Symbol einer „Waage“ ein, die ausglichen sein sollte, einmal sind die Kinder mit ihren Wünschen dran, einmal wir Betreuer. Wenn dies immer abwechselnd hin und her geht, fühlen sich alle wohl und wir haben viel Spaß und eine schöne Zeit gemeinsam. Die Kinder verstanden das und waren nun wieder bereit sich auf Neues einzulassen. Wir beschlossen ihnen nun eine Konstruktionsaufgabe zu geben.

 

Ich legte Planen, Seile und einen Wassersack in die Mitte und sie bekamen die Aufgabe ein Lager, nach ihren Bedürfnissen zu bauen. Alle sprangen auf einmal vom  Boden auf und waren begeistert. Doch schon bald spaltete sich die Gruppe, denn die einen wollten gleich unter dem erstbesten Baum, in der Nähe von uns Betreuern, das Lager errichten. Andere nahmen sich für die Platzwahl mehr Zeit, fanden schöne Plätze in der Nähe eines Baches. Doch sie konnten sich anfangs nicht gegen die Anderen durchsetzen und kamen oft zu uns um sich zu beschweren. Wir schickten sie immer wieder mit der Information zurück, dass sie doch versuchen sollen, den anderen zu erklären, warum der andere Platz besser ist und sie davon zu überzeugen. Es war eine sehr spannende Gruppendynamik entstanden, und nach und nach brauchten sie uns immer weniger.

 

Die letzte Stunde arbeiteten die Kinder ganz alleine an dem Lager, ohne unsere Hilfe. Wir bereiteten in der Zwischenzeit die Jause vor und nach ca. zwei Stunden riefen uns die Kinder, dass sie nun fertig seien. Wir gingen über die Wiese, runter zum Bach, mussten durch den eiskalten Bach steigen um zu ihrem Lager zu gelangen. Es war unglaublich toll, was sie geschafft hatten. Ohne Baum, nur mit Hilfe von Stecken und Seilen hatten sie ein Lager errichtet, wo wir alle darunter jausnen konnten. Freude und Stolz war in den Gesichtern der Kinder sichtbar.

 

Danach war Freizeit angesagt, alle durften machen, was sie wollten. Manche wärmten sich am Feuer auf, andere spielten Verstecken usw.

 

Den Nachmittag schlossen wir dann noch mit einer Reflexionsrunde ab, die die Fragen beinhaltete:

1) Was habe ich zu dem Endergebnis beigetragen?

2) Was habe ich wahrgenommen, dass andere Kinder beigetragen haben?

3) Was waren die Schwierigkeiten, wie habe ich es geschafft zu einer guten Lösung zu kommen

4) Wie bin ich mit dem Ergebnis zufrieden?

 

Danach durften sie Kinder sich 15 min Zeit nehmen, durch den Wald gehen und sich ein Symbol aus Naturmaterialien für „ihre Stärke“ suchen.

Es kamen sehr interessante Aussagen wie:

R: Symbol eines Steines, „der ist so hart wie mein Kopf, oft sehe ich mich als Hektiker“;

M: Symbol einer Blume, die noch nicht aufgeblüht ist: „noch ist die Blume krumm wie mein Rücken, der oft wehtut, doch wenn sie aufblüht ist sie so schön wie ich.“

M: Hat aus Moos und Blumen ein schönes Naturgesteck gebastelt: „steht für die Natur im Allgemeinen, in der ich mich wohl fühle, wohler als in der Stadt“.

 

 

Nach dieser Symbolarbeit war schon ein größerer Zusammenhalt in der Gruppe spürbar und Ruhe und Zufriedenheit breitete sich aus. Der restliche Abend war frei: 3 Kinder wollten Palatschinken machen, es ergab sich dann doch einen Kaiserschmarrn. Wir machten dann noch ein Feuer im Gruppenraum, sowie auf der Lagerfeuerstelle vor dem Haus, wo wir nach dem Kaiserschmarrn auch noch ein paar Würstel und Steckerlbrot machten. Wieder waren die Kinder müde und gingen bald nach dem Abendessen schlafen.

 

 

Dienstag, 19.4.2011


Den letzten ganzen Tag starteten wir wieder auf der Sonnenterrasse mit einem herrlichen Frühstück. Danach gab es wieder eine Befindlichkeitsrunde zu der Frage „wie hoch ist meine Energie heute?“ Im Anschluss spielten wir Fangen, Verstecken, Komm mit lauf weg etc. Dann gab es die nächste Konstruktionsaufgabe: Die Kinder sollten zu ihrem Lager eine „Brücke über den Fluss“ bauen. Wieder waren alle sehr motiviert und starteten los und zu unserer Überraschung brauchten sie uns gar nicht mehr. Wieder war es sehr spannend den Kindern dabei zuzusehen. Anfangs waren alle sehr motiviert, jedoch funktionierte es nicht gleich so, wie sie sich das gedacht haben. Einige gaben gleich auf, streikten, begannen grantig zu werden und dies auf uns Betreuer zu projizieren. Andere blieben an der Aufgabe dran und gaben nicht auf, versuchten andere Strategien. Schließlich nach zweieinhalb Stunden und viel Kampf mit sich selber, der Gruppe und uns, schafften sie es und wir konnten über eine Brücke den Bach überqueren.

 

Wir waren sehr stolz auf die Kinder und sie freuten sich auch, allerdings waren viele sehr erschöpft. Nach einer stärkenden Jause, setzten wir gleich eine Reflexionsrunde an die Aufgabe an, mit den Fragen:

1) Was habe ich dazu beigetragen, dass es zu diesem Ergebnis gekommen ist

2) Was haben andere dazu beigetragen (V. hat sich diese Frage gewunschen)

3) Was waren die Schwierigkeiten.

 

Die Kinder genossen das Sprechen über ihr Erlebtes sehr und so konnten wir die Frustration, die bei einigen während des Bauens entstanden ist, gut in positives umwandeln. Nach dieser Reflexion waren alle sehr zufrieden. Wieder war „Freizeit“ angesagt. Einige gingen gleich in die Hütte, andere blieben noch bei der Brücke und dem Lager. S. fragte an diesem Nachmittag, ob er das Feuer im Gruppenraum machen dürfe. Ich übergab ihm diese Aufgabe, er musste schauen, dass es den ganzen Abend brannte, dass immer Holz zum nachlegen bereitgestellt ist. Es war unglaublich toll zu sehen, wie er bei dieser Aufgabe aufging. Stundenlang saß er seelenruhig vor dem Feuer und starrte hinein. Immer wieder setzte ich mich, oder andere Kinder, zu ihm hin und er begann zu philosophieren: Wie geht der Rauch da eigentlich raus, warum wird es oben warm, wir sprachen über die Farben etc. Es war unglaublich schön ihn so zu sehen, denn noch vor zwei Tagen war er einer der unruhigsten und der sich am wenigsten öffnen wollte. An diesem Abend wurde gegrillt, M. und R. übernahmen die Aufgabe der Grillmeister, was für die zwei eine Herausforderung darstellte, da es jeder anders machen wollte, aber sie als Zweier-Team eine gemeinsame Lösung suchen mussten.

 

 

Diese Stunden waren die ruhigsten, harmonischsten Stunden der ganzen Projektzeit. Während alles so schön glatt verlief, baute ich mit Karin für den Abschluss auf einer etwas entfernten Wiese eine „rituelle Gestaltung“ mit Steinen und Fackeln auf.

Dahin spazierten wir dann im Halbdunklen. In der Mitte der Wiese war ein großer Baum. Jedes der Kinder, durfte alleine im Stillen über die Wiese gehen.

 

 

Alle stellten sich im Halbkreis auf, einzeln wurden sie aufgefordert den Steinweg entlang zu gehen, auf eine Trommel zu schlagen, ein Teelicht anzuzünden, zwei Sätze, die die Anfangsworte trugen:

1) Mein schönstes Erlebnis in der Gruppe….

Und 2) Mitnehmen möchte/werde ich…. Danach durfte sich jeder eine Fackel nehmen, wir warteten bis alle fertig waren und wanderten im Dunkeln und in Ruhe den Weg mit den Fackeln zurück zur Hütte. Es war ein wunderschöner Sternenhimmel zu sehen und die Kinder gingen ruhig und zufrieden an diesem Abend schlafen.

 

Mittwoch, 20.4.2011


Der letzte Tag begann mit einer Befindlichkeitsrunde, die die Fragen

 

1) Mit welchem Gefühl bin ich gestern schlafen gegangen und

2) Mit welchem Gefühl bin ich heute aufgewacht, beinhaltete.

Danach teilten wir mit Hilfe eines „Naturmemorys“ Gruppen ein. Eine Gruppe putzte den 1. Stock des Hauses, eine weitere das Bad, die andere Gruppe baute das Lager ab und legte die Seile und Planen zusammen. Als wir mit den Aufräumarbeiten fertig waren, verabschiedeten wir uns von der Hütte und wanderten Richtung Parkplatz, machten jedoch einen Stopp auf der großen Wiese. Dort spielten wir noch Fangen, Donner-Wetter-Blitz, etc. Danach wollte V. unbedingt ins kalte Wasser springen.

 

Es war sehr heiß an diesem Tag und der Schnee war auch schon geschmolzen. Auf einmal ließen sich einige Kinder anstecken und sprangen ebenso in den kalten Fluss. Karin und ich machten es ihnen gleich und wir hatten noch viel Spaß und tobten uns alle gemeinsam so richtig im kalten Wasser aus. Danach setzten wir uns noch mal im Kreis zusammen um bewusst von dem Ort Abschied zu nehmen. Jedes Kind bekam von Katharina und mir ein persönliches Feedback über die Stärken, die wir in diesen Tagen an jeden einzelnen wahrgenommen haben. Danach konnte noch jeder sagen, was er noch loswerden mochte, einzelne Kinder bedankten sich, freuten sich, dass Karin dabei war, sagten noch mal vor allen was ihr schönstes Erlebnis war, usw.  Dann wanderten wir zum Auto, verstauten dort unsere Rucksäcke und gingen noch ins Gasthaus auf der Postalm Mittag essen. Am Weg nach Hause schliefen im Auto alle Kinder ein.

 

 

Erreichte Ziele:

  • Ich erlebe mich in der Gruppe
  • Ich bringe mich und meine Meinung in die Gruppe ein und respektiere die Meinung der anderen
  • Ich finde meinen Weg um mich einzubringen
  • Ich lasse mich auf Neues ein
  • Ich kenne meine Stärken
  • Ich nehme die Stärken der anderen Gruppenmitglieder wahr

 

 

 

Stadtforscher und Stadtforscherinnen unterwegs in Linz

 

Ein Erlebnisbericht der Pädagoginnen der WG 1


 

Linz- gelber BummelzugEs war wieder einmal soweit- das „Langzeitprojekt – Wir lernen die Hauptstädte unseres Landes kennen“ ging in die nächste Runde. Diesmal war es die kleine, überschaubar und schöne Stadt Linz.

 

Die Autofahrt, trotz Stau ging schnell vorüber. Kurz vor Linz legten wir einen Zwischenstopp ein, da es sehr heiß an diesem Tag war, um schwimmen zu gehen. Am späteren Nachmittag erreichten wir die Stadt und fuhren mit dem berühmten, gelben Bummelzug durch Linz, um erste Eindrücke zu sammeln und die Hotspots zu sehen. Nach dem Abendessen fuhren wir in unser Quartier und die 3 Mädels gaben sich im Garten noch eine ausgelassene Versteckspiel- Jagd. Erschöpft vom ersten Tag kehrte die Nachtruhe relativ schnell ein.

 

Am nächsten Morgen hatten wir uns ein sehr dichtes Programm vorgenommen. Beginnen wollten wir einer Bahnfahrt auf den Pöstlingberg. Ein kleiner Rundgang, bestaunen der Rehe und dann ein Rundfahrt mit der Grottenbahn. Des Weiteren gab konnten wir den Hauptplatz von Linz in Miniaturform begehen.

Unsere nächste Station führte uns durch die Altstadt, hinauf zum Schloss. Leider fing es an zu regnen und wir gönnten uns eine wohlverdiente Pause. Da der Regen nicht nachlassen wollte, beschlossen wir dem Wetter zu trotzen – es ging noch weiter hinauf. Nach einem witzigen Fotoshooting und einem ausgedehnten Spaziergang führte uns unser Weg zur Einkaufsstraße, wo wir alle  unserer Einkaufslust nachgaben und einige Souvenirs kauften. Nach diesem anstrengenden aber erlebnisreichen Tag fielen wir müde aber glücklich ins Bett.

 

Der letzte Tag – die Zeit vergeht immer viel zu schnell – war angebrochen und führte uns zu einem der Highlights von Linz.  „Der Höhenrausch“, angelegt auf den Häusern von Linz, bekommt man die tolle Gelegenheit die Stadt von oben zu betrachten. Über Holzbrücken und Wege gelangt man zu einer Dachterrasse mit Wasserspielen. Lange ließen wir uns nicht bitten und hupften und liefen durch die Wasserfontänen. Etwas nass geworden legten wir uns in die aufgestellten Liegestühle und ließen uns trocknen. Um dieses Projekt schön abzurunden, gingen wir ausgiebig Mittagessen und ließen die ereignisreichen Stunden unseres „Linz – Projektes“ Revue passieren.

 

Mit vielen neuen Eindrücken, lustigen Fotos und guter Laune traten wir den Heimweg nach Wien an und freuten uns, den Zurückgebliebenen von unserer Reise zu berichten.

 

Auch diese Projektreihe, liebevoll geplant und mit Sorgsamkeit durchgeführt ist keine Selbstverständlichkeit in einer Wohngruppe!

 

 

Slideshow – bitte Bild anklicken :-)

 

 

Rhythmus gemeinsam erleben

 

 

Durch  Trommeln und andere Perkussionsinstrumente tauchen wir mit Begeisterung in eine Vielfalt von Rhythmen ein. Auf der Djembe, deren Ursprung in Westafrika liegt, lernen die Kinder und die Pädagogin / der Pädagoge einfache Trommelrhythmen kennen und mit der entsprechenden Technik spielen. Durch lustige, abwechslungsreiche Trommelspiele wird der Workshop aufgelockert. Im Vordergrund stehen dabei immer die Freude an der Musik und das Zusammenspiel in der Gruppe, wobei die Kinder lernen, aufeinander zu hören und Rücksicht zu nehmen. Mit viel Spaß probieren die Kinder, die Pädagoginnen und die Pädagogen  verschiedenste Instrumente aus aller Welt aus und entlockten ihnen die unterschiedlichsten Töne. Durch das einfache rhythmische Spiel unterstützt das Trommeln die Fähigkeit zu Konzentration, fördert die Kreativität, Koordination, Körperwahrnehmung und Kommunikation.

Gerda Schneemeyer, eine engagierte Sonder- und Heilpädagogin, die seit 10 Jahren Trommelworkshops für Kinder anbietet, übernahm die Aufgabe und sie leitet uns immer wieder in ihren Workshops an mit Spaß und Energie die Rhythmen zu genießen.

Sehr herzliche danken wir  LANXESS für die Unterstützung und die Umsetzung!

 

 

 

 

 

Green Care – Im Garten zur Ruhe kommen

 

 

Unser Gartenprojekt


Mohnblumen

Unter dem Motto „Natur erfahren und begreifen“ startete eine pädagogische Mitarbeiterin der WG 2 bereits 2008  ein  Gartenprojekt. Ziel war es, eine kleine „Wohlfühl-Oase“ für Kinder und Jugendliche der Wohngruppen gemeinsam zu gestalten.

Der Tierfarm vorgelagert befindet sich das ehemalige Entengehege mit seinem kleinen Tümpel. An diesem Ort entstand der Wohlfühlgarten . Ein kleiner Garten bietet eine wunderbare Erfahrungswelt für alle Sinne.

Dem Erlebnisraum Garten und der damit verbundenen „Gartenarbeit“ werden eine Reihe didaktischer Aspekte zugeordnet: Die Arbeit im Garten  wirkt nicht nur erzieherisch, indem die Kinder natürliche Prozesse erfahren können, sondern fördert auch das soziale Lernen. Praktische Fähigkeiten sind dabei genauso wichtig wie kognitive. Zudem bietet die Mitarbeit im Garten Möglichkeiten, Aggressionen abzureagieren, aber auch die Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen.

Die positven Auswirkungen der Naturerfahrungen im Sinnesbereich wie im Bereich der emotionalen Stabilisierung sollenImpulse für die sozialpdäagogische Arbeit sein.

Die konkrete Gartengestaltung basiert auf schlichter Natürlichkei – schon das Verweilen im Garten soll Kindern und Jugendlichen Ruhe und Geborgenheit in einem geschützten Rahmen anbieten.

Vor allem jene Beeren, Sträucher, Kräuter und Blumen fanden m Garten ihren Platz, die vorwiegend durch Sonne und Regen wachsen können, Kinder und BetreuerInnen greifen bei diesem Prozess unterstützend ein.

 

 

Slideshow – bitte Bild anklicken :-)

 

 

 

 

Erste Bergerfahrungen – Vertrauen in eigene Kräfte stärken

 

Dieses Projekt wurde von Pädagoginnen aus allen drei Wohngruppen für jene Kinder entwickelt, die nur wenig Kontakt zur ihren Herkunftsfamilien haben. Naturerfahrungen in der Bergwelt erlebte diese Gruppe als große Bereicherung. Wandern, den Murmeltieren lauschen, das erste Mal einen Sessellift benutzen, das Almleben erkunden und bei einer professionell geführte Canyonning-Tour über die eigene Geschicklichkeit staunen und auf die Anleitung Erwachsener vertrauen – der Aufenthalt in Galtür bot eine Fülle an Sinnesanregungen und Wissenserweiterung.  Familie Walter vom Hotel Alpina trug  viel dazu bei, dass sich die Kinder unglaublich wohl fühlten und die Tage genossen.

Sowie im vergangenen Jahr wird auch heuer wieder dieses tolle Projekt vom „Buffetteam des Traudl – Theaters in Hennersdorf unterstützt.

In den ausverkauften Vorstellungen gab es  ein reichhaltiges Pausenbuffet, das auch im Jahr 2011 von Michaela Kremzar unter Mithilfe von Hennersdorfer Gemeinderäten und -rätinnen gestaltet wurde. Die Hennersdorfer/innen sind bestrebt, bei Veranstaltungen immer den sozialen Aspekt zu bedenken. So war es auch diesmal wieder und das Europahaus des Kindes bekam einen Großteil der erzielten Buffeteinnahmen.

 

 

 

 

Slideshow – bitte Bild anklicken :-)

 

 

 

Stadtforscher und Stadtforscherinnen unterwegs in Salzburg

 

Ein Erlebnisbericht der Pädagoginnen der WG 1

 

Blick auf die Stadt SalzburgNach einer 3-stündigen Autofahrt durch vier verschiedene Bundesländer, vorbei an weiteren Hauptstädten und dem Mondsee, konnte das Abenteuer beginnen!

Wie – 4 Kinder und 2 Sozialpädagoginnen – waren ganz gespannt und aufgeregt, endlich die Stadt zu erkunden.

Die bei uns untergebrachten Kinder kennen meist nur Wien oder Kärnten (wir verbringen zumeist unseren Sommerurlaub in Kärnten) – wir wollten durch unser „Städteprojekt“ das Wissen unserer Kinder über österreichische Städte bereichern aber auch eine Auszeit vom Alltag in der Wohngruppe ermöglichen.

Mit dem Bus ging es erstmals durch den Mönchsberg in die Altstadt. Über die Getreidegasse begaben wir uns auf die Spur des Fürsterzbischofs Wolf Dietrich und erkundeten den von ihm errichteten Residenzplatz sowie die Residenz. Auch der 101 Meter lange Dom wurde mit großem Staunen bewundert. Da uns die Dunkelheit relativ bald einholte, ließen wir  uns noch ein wenig in den engen Gassen der Altstadt von den Touristenmassen treiben, kehrten in einem Gasthof ein und fielen geschafft durch die vielen Eindrücke ins Bett.

Gestärkt durch das Frühstück und von Vorfreude angetrieben, starteten wir unseren zweiten Tag im sonnigen Salzburg mit dem Haus der Natur. Auf verschiedenen Ebenen erkundeten wir das riesige Aquarium, die Terrarien mit lebenden Reptilien und Amphibien, die Saurierhalle, die Weltraumschau, die Welt der Kristalle, machten eine Reise durch den menschlichen Körper inkl. Sexualität und Fortpflanzung, sammelten Informationen über die Lebensader Salzach und Christian Doppler. In der Welt des Meeres erlebten wir die Farbenpracht tropischer Fische, die hautnahe Beobachtung von Bewohnern des Mittelmeeres, Amazonasfischen oder von Fischen heimischer Gewässer. Das neue Science Center im Haus der Natur überraschte uns mit einer bunten Vielfalt an spannenden Experimenten: Technik und Naturwissenschaften und der eigene Körper wurden zum interaktiven Erlebnis. An den rund 80 Experimentierstationen auf drei Etagen konnten wir z.B. Turbinen eigenhändig betreiben und im begehbaren Geigenkörper wird Musik nicht nur hörbar sondern auch spürbar. Beim Experimentieren werden Fragen beantwortet wie “Warum verwendet man Zement oder Kaffee als Pulver?”, “Wie gelangt der Schall ins Ohr?” und “Wie strampelt mein Skelett auf dem Rad?”. Probieren und staunen war ausdrücklich erwünscht! Obwohl wir uns – ja, kaum zu glauben, auch die Kinder wollten das Museum nicht verlassen – nur schwer losreißen konnten, wartete bereits ein neues Abenteuer auf uns.

Mit dem Mönchsbergaufzug gelangten wir auf den Mönchsberg, der uns ein unglaubliches Panorama der Stadt bot. Nach einem kurzen Spaziergang gelangten wir zu unserem, von den Burschen bereits freudig erwarteten, nächsten Highlight: die größte vollständig erhaltene Burg Mitteleuropas, die Festung Hohensalzburg.

Mit einem Audioguide bewaffnet begaben wir uns auf die Spuren des Mittelalters. Wieder in der Gegenwart angelangt führte unser weiterer Weg über den „Salzbach“ (Zitat von unseren Kindern) zum Schloss Mirabell. Wieder über den Fluss zurück, besuchten wir noch das Geburtshaus von Mozart. Die restliche Stunde verbrachten wir damit kleine Souvenirs für uns einzukaufen.

Auch an unserem letzten Tag hatten wir noch ein kontrastvolles Programm. Zuerst ging es per Seilbahn auf ca.1800 Höhenmeter auf den Salzburger Hausberg (Untersberg). Oben angekommen erwarteten uns starke Windböen, denen wir jedoch mit unserer ganzen Körperkraft trotzten. Und so erreichten wir trotz enormen Schnee- und (im Gesicht) schmerzhaften Eiskristallverwehungen das Gipfelkreuz. Beim uns dargebotenen Panorama sagte ein Bursche von uns bezeichnend: „Wow, von hier aus sieht man, wie groß unsere Welt eigentlich ist.“

Der nächste und (leider) auch letzte Programmpunkt führte uns unter den Berg, nämlich ins Salzbergwerk von Hallein. Durch eine rasante Fahrt mit dem Grubenhunt gelangten wir ins Bergwerksinnere. Dann gings zu Fuß weiter, vorbei am hl. Rupert, dem Schutzpatron des Bergwerkes und über die deutsche Staatsgrenze nach Bayern. Über die Bergmannsrutschen gelangten wir immer tiefer in den Stollen. Den unterirdischen Salzsee mit einer Länge von 70m überquerten wir mit einem Boot. Im Untersteinbergsstollen angekommen, gings dann wieder Richtung Österreich. Der Grubenhunt brachte uns  dann wieder zurück ans Tageslicht.

Durch das tolle Programmangebot der Stadt, das perfekte Wetter (Sonnenschein und angenehme Temperaturen) und die Freude unserer Kinder am Entdecken und Kennenlernen verbrachten wir drei wunderschöne, lustige, informative und entspannte Tage in Salzburg.

 

 

Slideshow – bitte Bild anklicken :-)