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Projekte – Archiv

Bayer Austria unterstützt freizeitpädagogische Angebote und Projekte – seit 2006

 

Die Wünsche, einen Tanzkurs zu absolvieren, schwimmen, tauchen zu lernen oder einen Kletterkurs zu machen, wurden von den Kindern und Jugendlichen immer wieder geäußert.
Den Besuch von diesen freizeitpädagogischen Angeboten außerhalb unserer Einrichtung zu ermöglichen ist uns ein großes Anliegen. Freundschaften mit Kindern und Jugendlichen außerhalb der Wohngruppe sind sehr wichtig und sollen gefördert werden.

 

Firma Bayer unterstützt unser Anliegen

Unser Wunsch, Kindern und Jugendlichen Freizeitangebote außerhalb unserer Wohngruppen anbieten zu können, stieß bei Bayer Austria auf Gehör. Sie zeigt großes Interesse, die bestmögliche Integration und Förderung der Kinder und Jugendlichen, die im Europahaus des Kindes leben, zu unterstützen.

 

 

Sinn-volle Erfahrungen in der Freizeit

 

Die MitarbeiterInnen der Wohngruppen bieten den Kindern und Jugendlichen eine Fülle von verschiedenen Aktivitäten an, auch die Tierfarm ist ein bedeutsames Angebot. Die Möglichkeit, außerhalb der Gruppe einen Kurs besuchen zu können ist aber als zusätzliches Angebot im Sinne der Integration und gezielten Förderung sehr wichtig.
Die beliebtesten Kurse sind zurzeit Schwimmen, Tanzen und Klettern. Spezielle Angebote wie ein Workshop für übergewichtige Kinder und ein Tauchkurs für einen Jugendlichen zur Stärkung des Selbstbewusstseins wie der Körperwahrnehmung können mit Hilfe der Firma Bayer besucht werden.

Wir danken Bayer Austria  dafür, dass unsere pädagogischen Anliegen auf Interesse stoßen und wir nicht nur die für uns so wichtige finanzielle Unterstützung erhalten sondern auch Anteilnahme für unsere Anliegen erfahren.

 

 

 

Lamatrekking – einmal anders……. August 2010

 

Auf Alles vorbereitet….

Endlich war es wieder so weit – die Kids total aufgeregt, die Taschen gepackt, die Zelte kontrolliert und eingepackt, die Wege abgegangen, die Spiele vorbereitet, die Lamas trainiert, die Betreuer in freudiger Erwartung…. alles, wirklich alles war durchdacht und vorbereitet!! Gegenseitig klopften wir uns schon auf die Schultern und wussten es kann nichts passieren, wir sind auf ALLES vorbereitet. Dachten wir zu mindestens…

Doch es kam ganz anders… ein Tag bevor wir losgehen wollten, reichte der Blick aus dem Fenster und wir wussten, dass es das wohl gewesen sein muss. Es begrüßte uns ein grauer, nasser und kalter Augusttag. Sollte die ganze Arbeit, der ganze Aufwand, sämtliche Spiele vergebens organisiert worden sein?!

 

Lamawanderung

Wir geben nicht auf…

Nach dem der erste Frust verdaut war beschlossen wir unser Lama- Trekking einfach mal anders ablaufen zu lassen… Den ersten Tag, es hatte zum Regnen aufgehört, teilten wir die Kinder in 2 Gruppen  und machten uns gemeinsam mit den Lamas auf den Weg in den Wald. Die eine Gruppe mit Kompass und GPS ausgestattet, die zweite Gruppe mit den Lamas. Beide Gruppen hatten ihren Spaß und mussten einige steile Passagen bewältigen. Schweißgebadet und doch ein wenig fertig von 5.5 Stunden Marsch, konnten wir letztendlich einen erfolgreichen Tag zu Ende gehen lassen.

 

Matsschmutzige Schuhechiges Vergnügen..

Den zweiten Tag stellten wir unter das Motto „Spaßolympiade“- bei dem regnerischem und stürmischen Wetter eine gute Motivation! Bei den vorbereiteten Spielen mussten z.B.: Äpfel aus einem Wäschekorb mit Wasser mit dem Mund geholt werden, eine  Scheibtruhe beladen werden und einen Parcour bewältigen, Cricket spielen, ein individuelles Lama T-Shirt  bemalen und das Geschick mit dem Tennisball unter Beweis  stellen,  Hauptsache es machte Spaß . Pitschnass, ausgelassen und begeistert beendeten wir diesen Tag mit einer Teilnahmeurkunde sowie einem kleinen Geschenk und einer leckeren Grillerei!

Die Lamatrekkingtour verlief zwar nicht ganz so wie geplant, aber in Erinnerung wird sie Groß und Klein auf jeden Fall bleiben!

 

Wir danken Bayer Austria – Bayer Austria unterstützt seit Sommer 2006 viele Projekte so auch jedes Jahr unsere  Lamatrekkingtour! D A N K E

 

 

 

Graffitiprojekt – Sommer 2010

 

Um die Betonmauern in unserem Garten bunt zu gestalten wählten wir Graffitis als moderne, ausdrucksstarke Kunstform.

Die Kinder und Jugendlichen, zwischen 9 und 14 Jahren dafür zu begeistern war nicht schwer, sind Graffitis doch „cool“ und ganz wesentlicher Bestandteil junger urbaner Kunst.

Der besondere Reiz liegt in ihrer Größe, Dreidimensionalität und natürlich auch in der Technik des „Sprayens“.

Um auch Hintergrundwissen über Graffitis, deren Geschichte und Herkunft und die Intentionen von Graffitikünstler zu bekommen hatte ich einige Bücher als Anschauungsmaterial vorbereitet die auch als Impuls für das eigene Graffiti dienten. Außerdem hörten wir Hip-Hop der für passende Stimmung und Spaß sorgte.

Danach ging es an die Arbeit: Zuerst wurden Ideen gesammelt, Skizzen angefertigt, teilweise Schablonen zugeschnitten um dann das gewünschte Motiv auf die Wand zu „sprayen“.

 

Mit den nötigen Sicherheitsvorkehrungen vertraut gemacht, mit Schutzmaske, Handschuhen, Malkittel ausgestattet, gestalteten fast alle TeilnehmerInnen ein Graffiti ihres eigenen Namens, ein so genanntes „tag“. Dabei machten die Kinder und Jugendlichen die Erfahrung dass der Prozess des „sprayens“ nicht so einfach ist wie man denken sollte. Wir hatten verschiedene „caps“ für die Spraydosen um den Farbnebel besser dosieren zu können, doch es bedurfte viel Geduld und genauem Arbeiten, wobei die Feinmotorik besonders gefordert war, um die Graffitis schön zu colorieren.

Alle waren mit Freude und Tatkraft dabei und auch noch so schwierige Phasen während des Gestaltungsprozesses überwanden sie mit ein wenig Hilfestellung.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen, wunderschöne farbenfrohe Graffitis zieren nun unseren Garten. Die Kinder und Jugendlichen sind zu recht wahnsinnig stolz und zeigen jedem Besucher selbstbewusst ihre Werke.

 

 

Lamatrekkingtour im Juli 2008 – ein besonderer Event für Kinder, die im Europahaus des Kindes leben

 

Schon die Abreise vom Europahaus war ein Erlebnis. Survivals-Dresscode gab es keinen, so staunten KollegInnen und Lama-Trekking erfahrene Kinder umso mehr über das Outfit und die Unmengen an Gepäck der Frauentruppe (6 Mädchen im Alter von 5 bis 9, zwei Betreuerinnen, eine Tierpflegerin), die auszog, das rauhe Waldviertel zu erobern – mit dem Ziel, als eingeschworenes Team die widersprüchlichen Phänomene Natur, Komfort, Wellness und „Kunst“ zu vereinen. Was uns auch gelungen ist!

 

Hygiene war groß geschrieben. Ein vom Zeltdorf etwas abgelegener Teil des Baches wurde als Wald-Badezimmer umfunktioniert: eine ruhige, aufgestaute Wasserstelle, geschützt durch Bäume und Sträucher, in dessen Mitte ein großer, flacher Fels für ausreichend Platz für abgelegte Kleidungsstücke sowie Waschutensilien aber auch Sicherheit für die Mädchen sorgte. Einzig die Wassertemperatur von 14-15 Grad verlangte etwas Überwindung. Als ungeschriebenes Gesetz galt, die Privatsphäre derjenigen, die auszog, ein Bad zu nehmen, zu respektieren.

 

Ein großes Thema, schon während der Vorbereitung auf unser Lamatrekking, war die „Toilette“. Aber auch das wurde mit „weiblicher Intuition“ zur Zufriedenheit aller gelöst. Neben der üblichen „Spaten-Grube-graben-Technik“ wurden Plastikeimer mit sitzgerechten Rundrändern, aus denen der Boden herausgeschnitten wurde, zu komfortablen „Stand-WCs umfunktioniert.

 

Zimmer aufräumen, im Europahaus ein alltäglicher Anspruch, galt auch beim Zelten als selbstverständlich. Die Mädchen hatten schnell erkannt, dass Wohnen im Zelt zu zweit mit etwas Ordnung wirklich Sinn macht. Im Laufe des Vormittags präsentierten sie uns selbständig und stolz ihr jeweiliges Zuhause.

 

Großer Wert wurde auch auf ein respektvolles Miteinander von Mensch-Tier-Natur (und Naturgewalten wie Feuer) gelegt: ausgelassen sein ohne zu brüllen, um die Waldtiere nicht zu verängstigen, die Versorgung unserer Lamas bevor wir uns zu den Mahlzeiten rund ums Lagerfeuer setzten, Riechen, Fühlen und Erkennen von verschiedenen Gräsern, Blättern, Bäumen, Blumen, den Duft von Regen und Sonne einatmen, den Zug der Wolken beobachten und Rückschlüsse auf die nahe Wettersituation erahnen, Müll und Speisereste sicher verwahren, das klare Sternenzelt bestaunen und gebannt nach Sternschnuppen Ausschau halten.

 

Feuer machen, um sich zu wärmen und das Essen vorzubereiten war ein wesentlicher Teil unseres Miteinanders. Komfort, Vielseitigkeit und Sicherheit ohne Kühlschrank, Herd oder Heizung – eine spannende Herausforderung, welche bei den Mädchen nach anfänglicher Skepsis rasch in Lust auf Abenteuer und den Wunsch, Möglichkeiten für zufriedenstellende Lösungen zu finden, mündete. Leicht verderbliche Nahrungsmittel wurden z.B. wasserdicht verpackt, im Bachbett zur Kühlung „versenkt“ und mit Leinen gegen die Strömung gesichert. Der Feuerplatz mußte „windresisdent“ sein, damit wir vor zu starkem Funkenflug geschützt waren. Abseits von überhängenden Bäumen wurde deshalb eifrig ein tiefes Erdloch ausgehoben, das mit einem inneren und äußeren Steinring gesichert wurde. In nur wenigen Tagen lernten die Mädchen den Unterschied sowie den Nutzen von Unterzünd- und Brennholz, grünem und ausgetrocknetem Holz kennen ebenso erfuhren sie die Notwendigkeit, unsere Holzvorräte ständig mit der richtigen Abdeckung vor Nässe zu schützen. Eine Notwendigkeit, die uns ein wohliges Feuer und warme Mahlzeiten sicherte, denn Regen gab es fast täglich.

Wellness und Wohlfühlen zeigten sich auch in einer abwechslungsreichen, gesunden Ernährung. Heißer Tee mit Zimt und frischer Zitrone sowie Kaffee (für die „Großen“), Müsli, Sojamilch, Milchbrötchen und selbstgemachte Erdbeermarmelade zum Frühstück, Obst und frisches Gemüse für Zwischendurch, eine warme, kräftigende Mahlzeit am Abend. Auf dem Speiseplan standen gegrillte Würstchen, Zucchini, Halloumi-Käse, Folienkartoffel und Folienzwiebel, Gemüseeintopf, Bruscetto mit frischen Tomaten und Knoblauch sowie Bohneneintopf mit Speck. Süßigkeiten, in der Wohngruppe ständig verlangt, waren die ganzen Tage über kein Thema. Deshalb gab es auch am letzten Abend eine Überraschung: nach dem Abendessen wurden Marsh-Mallows am Lagerfeuer karamelisiert, später in der Nacht machten wir Popcorn – mit ausreichend Feuer, Schmalz im Topf und getrockneten Maiskörnern. Dass das „die besten Popcorns überhaupt und außerdem“ waren, versteht sich von selbst. Schon deshalb, weil sie uns mit den gewaltigen „Pops“ Löcher in die provisorische Folienabdeckung schossen.

 

Neben den Tätigkeiten fürs tägliche Leben (Lamas versorgen, mit ihnen spazieren gehen, Holz besorgen, in handliche Stücke sägen, Trinkwasser vom Bauernhof „erwandern“), den Ausflügen zur Erkundung der Umgebung, den Bachspaziergängen und der Nachtwanderung blieb auch genug Raum für „Kunst“. Jonglieren und Akrobatik mit Bändern, Bällen und Stäben, Haarkränze aus Wiesenblumen fertigen, Perlenbänder basteln, die in die Haare eingeflochten wurden. Kulturelles Highlight war die Erarbeitung eines „Gruppen-Tattoos“ auf Basis traditioneller Symbole und Mandalas, welches den Mädchen am letzten Abend unter freiem Sternenhimmel bei Fackelschein und Lagerfeuer mit Henna auf die Arme gemalt wurde.

 

 

 

 

 

Feierlicher “Ausbildungsabschluss” für unsere “Llameros und Llameras” am 13.11.2007

 

Unter tatkräftiger Anleitung von Melitta Paar, Mag. Gabi Augustin, Evi Myska und einigen SozialpädagogInnen haben besonders interessierte Kinder des Europahaus des Kindes einen Workshop “Wie werde ich Llamero/Llamera im Europahaus” erfolgreich absolviert. Am 13. November 07 wurde den Kindern zu dieser großartigen Leistung gratuliert.

Die Kinder haben bewiesen, dass sie tatkräftig beim Satteln und Halftern eines Lamas mithelfen können (soweit es ihre Körpergröße zulässt) und dass sie über ein bewundernswertes Wissen über die Fütterung und Haltung unserer Tiere verfügen.

Mit diesen Kenntnissen sind sie in der Lage bei Stallführungen und Lamawanderungen mitzuhelfen. Wir sind sehr stolz auf unsere “frischgebackenen Llameros und Llameras”.

 

 

Lamawanderung im Wienerwald

 

Im August 2007 machen sich einige Kinder und BetreuerInnen der sozialpädagogischen Wohngruppen auf, um mit den Lamas eine 3-tägige Tour zu unternehmen.

 

An einem Mittwochvormittag im August war eine besondere Aufregung in den Wohngruppen zu bemerken. Die Kinder drängelten sich in den Badezimmern, da jeder noch schnell duschen wollte, denn selbst die notorischen Duschverweigerer waren ganz nervös wie sie die nächsten Tage ohne Badezimmer auskommen sollten. Die Packtaschen der Lamas wurden genau gewogen, damit nur ja keines mehr tragen muss als das andere – obwohl dies den Kindern wahrscheinlich mehr zu schaffen machte als den Tieren selbst – und nach dem Mittagessen ging es auch schon los.

 

Satteln – eine Herausforderung


Die erste Schwierigkeit zeigte sich schon beim Satteln der Lamas. Die Tiere waren sehr unruhig und es dauerte leider länger als erwartet. Das „Satteln“ der Kinder mit ihren Rucksäcken gestaltete sich allerdings nicht viel besser. Bei der Schulter zwickte es, am Bauch drückte es, … doch wir schafften es die Verspätung des Abmarsches so gering wie möglich zu halten.

 

Es wird gestreikt


Der Weg zu unserem Zeltplatz war sehr abenteuerlich und unsere Nerven waren einer Zerreißprobe ausgesetzt. Wer jetzt aber glaubt, dass die Stimmung wegen nörgelnder Kinder angespannt war, der irrt sich. Zwei unserer drei Lamas mussten ihre Machtkämpfe natürlich genau an diesem Tag austragen. Da wurde gestreikt und gespuckt (nicht zu vergessen – von den Lamas!) und die Geduld der Kinder wurde so immer wieder auf die Probe gestellt.

Für die Kinder war das eine neue Erfahrung: warten, locken, immer wieder Anreize setzen, um die schmollenden und streikenden Lamas zu motivieren – Wir SozialpädagogInnen kennen dieses Verhalten ja recht gut aus unserem Arbeitsalltag mit dem Unterschied, dass die Verweigerer dieses Mal vier Beine hatten und ein bisschen größer, kräftiger und sturer waren.

 

 

Motivation und Streicheleinheiten

 

Die Kinder und die SozialpädagogInnen wechselten sich beim Streicheln und gut Zureden wie auch beim Locken mit kleinen Köstlichkeiten ab – an diesem Tag hätten wir gerne die Gedanken des dritten Lamas lesen wollen, welches das Treiben seiner Artgenossen mit einem für Lamaverhältnisse sehr skeptischen Blick beobachtete.

Trotz dieser ungeplanten Störung und eines kleinen Umweges schafften wir es noch vor Einbruch der Dunkelheit unseren Lagerplatz auf der Safranwiese zu erreichen.

An diesem Tag trafen wir auch Oberförster Friedrich Koppel, den Leiter des Forstreviers Weidlingbach, der uns das Dianabründl und einen nahe gelegenen Teich zeigte.

 

Gemeinsam mit den Kindern wurden in rekordverdächtiger Zeit die Zelte aufgestellt, die Lamas und danach auch sämtliche Zweibeiner mit Essen versorgt. Die Kinder waren zwar erschöpft, aber zum Wald Erkunden und Herumtollen doch noch immer kräftig genug.

Zufrieden gingen Groß und Klein an diesem Abend schlafen.

 

 

Wald erleben


Am nächsten Morgen wanderten wir mit unseren Lamas zu dem Teich, den uns der Förster gezeigt hatte. Dort rasteten wir, bauten einen Damm, … Die Zeit verging wie im Fluge und schon mussten wir auch wieder zurück zu unserem Lagerplatz um uns vor unserem Treffen mit Hrn. Koppel noch zu stärken.

Dieser holte uns am Nachmittag ab um uns den Wald, seine Arbeit als Förster und vieles mehr näher zu bringen.

Wir erfuhren viel über die verschiedensten Bäume und Pflanzen, von der Forstwirtschaft und natürlich auch von der Jagd.

Diesen interessanten aber aufgrund der großen Hitze doch auch anstrengenden Tag feierten wir mit einem deftigen Gulaschessen und nach weiterem Herumtollen auf der Lagerwiese kuschelten wir uns in die Schlafsäcke und bereits vor Einbruch der Dunkelheit war von den Kindern nichts mehr zu hören. Sie schliefen tief und fest in ihren Zelten. Ein Zelt musste jedoch noch evakuiert werden, da „Einsturzgefahr“ drohte, die Hitze hatte eine Zeltstange kaputt gemacht. In den Iglus der Betreuerinnen wurde zusammengerückt um jeweils ein Mädchen aufzunehmen. Aufgrund der Anstrengungen des Tages schliefen wir Betreuerinnen trotz der Enge und des unruhigen Schlafs der Mädchen dann doch noch ein – hin und wieder geweckt, wenn ein Mädchen im Schlaf mit heftigen Armbewegungen unser Gesicht tätschelte

 

Auf ins Europahaus


Am nächsten Morgen wurden wir mit viel Regen und Wind geweckt. Nach dem Frühstück, das in einer kleinen aber feinen Küche unter einer Plane aus Müllsäcken gekocht wurde, packten wir rasch alles zusammen und machten uns auf den Heimweg ins Europahaus. Auf der Sophienalpe, wo auch schon unser Zivildiener mit dem Kleinbus auf uns wartete, machten wir eine kleine Essenspause. Wir luden unsere Zelte, Schlafsäcke, … in den Bus und dann ging unsere Tour mit Kindern und Lamas in Richtung Europahaus weiter. Diesmal allerdings in einer rekordverdächtigen Zeit, da uns weder schweres Gepäck noch „zickige“ Lamas aufhielten.

 

Wir haben es geschafft


Auf der Kreuzeichenwiese gab es noch eine kleine Rast und danach gab es weder für Tier noch für Mensch ein Halten. Den letzten Weg absolvierten wir mehr im Laufschritt und als wir durch das Tor in den Garten vom Europahaus gingen waren alle glücklich diese Wanderung geschafft zu haben. Die Lamas freuten sich auf ihren Stall und die Kinder wie auch die BetreuerInnen über den freundlichen Empfang der Daheimgebliebenen.

Groß war auch die Freude auf die Duschen, die nach Wegräumen des Gepäcks regelrecht bestürmt wurden.

 

 

 

Diese tolle Lamatour wurde uns durch die finanzielle Unterstützung der Firma Bayer Austria und des Engagements von Oberförster Friedrich Koppel – Leiter des Forstreviers Weidlingbach – und Günther Reininger – Revier-Assistent ÖBF AG Jagd – ermöglicht

Herzlichen Dank auch an Andreas Radlherr, der uns gestattet hat, auf der Safranwiese unser Lager aufzustellen.

Text: Bittner Daniela und Danner Jennifer

 

 

 

Neue Bewohner in der Tierfarm – April 2007

 

Schweine Mai 2007Am Sonntag, den 29.04.07 übersiedelten endlich die schon erwarteten zwei schwarzen Minipigs zu uns in die Tierfarm. Bei einem Besuch einer Wohngruppe bei Familie Möstl in Atzelsdorf bei Horn vor einigen Wochen waren die zwei Minipigs ausgewählt worden. Familie Möstl entschied, dass das Europahaus des Kindes die ausgewählten Minischweine geschenkt bekommt. Auf der Homepage www.minischweine.at konnten wir die letzten Wochen wertvolle

Informationen nachlesen und immer wieder fanden wir ganz aktuelle Fotos “unserer Schweine”!

Minischweine können eine Schulterhöhe von 50 cm und eine Körperlänge bis zu einem Meter erreichen. Sie sind sehr soziale Tiere und dürfen deshalb nie alleine gehalten werden. Zudem sind Minischweine äußerst intelligente Wesen, sie können sich bis zu hundert verschiedene Befehle merken.
Zwei mal pro Tag werden unsere Minipigs mit einem leckeren Getreidebrei gefüttert. Zusätzlich dürfen sie manchmal mit Salat, Äpfel und Bananen verwöhnt werden.

Anfänglich benötigen unsere neuen Mitbewohner viel Ruhe um sich eingewöhnen zu können. Sie haben sich im Tierstall ins Stroh gekuschelt und sind jetzt am Anfang kaum zu sehen.

Wir sind schon gespannt wie unser Obelix auf die kleinen Racker reagieren wird.

Die Kinder und Jugendlichen der Wohngruppe überlegen schon eifrig passende Namen für unsere zwei kleinen Schweine.

 

 

 

Obelix hat seinen Bruder verloren – Jänner 2007

 

Schweine Asterix und ObelixUnsere beiden Hängebauchschweine Asterix und Obelix kamen im Herbst 2001 in unsere Tierfarm und waren, obwohl sie das Streicheln eher ablehnten, bei uns allen bald sehr beliebt. Durch ihr manchmal ablehnendes Verhalten und ihr “bedrohliches” Aussehen – Eber besitzten große Eckzähne – hatten die meisten Kinder großen Respekt vor ihnen. Trotzdem fühlten sich viele gleichzeitig herausgefordert Kontakt zu den Schweinen aufzunehmen.
Am Anfang geschah dies meist dadurch, dass die Schweine ein wenig geärgert wurden. Hier war es uns wichtig, dass die Kinder ein Verständnis für die Verhaltensweisen der Schweine bekamen und positive Wege der Kontaktaufnahme kennenlernten.

Im Laufe der Zeit konnten wir auch Asterix und Obelix streicheln, aber besonders beliebt war, die Tiere einfach zu beobachten. Wenn die Schweine absolut keinen Kontakt wollten, verkrochen sie sich in ihrem Verschlag, oder vergruben sich im Heu, und konnten nicht einmal durch mit ? eine Banane herausgelockt werden. Einzig am Schnarchen erkannte man, dass Asterix und Obelix da waren.

Asterix hatte uns die letzten Monate oftmals Sorge bereitet, da es immer wieder Phasen gab, in denen er wenig gefressen hatte.
Als sich sein Zustand im Jänner 2007 verschlechterte, konnte nicht einmal mehr unsere Tierärztin Asterix helfen. Er verstarb in der Nacht auf den 24. Jänner 2007. Für uns alle war der Tod Asterixs ein großer Schock, aber schon beim Konzipieren der Tierfarm wussten wir, dass auch der Tod eines Tieres zum Alltag in einer Tierfarm gehören würde. Obelix ist seitdem sehr traurig undsucht nach Asterix – manchmal hat man den Eindruck, als würde Obelix weinen. Einige Kinder haben sich bereit erklärt Obelix regelmäßig zu besuchen, um ihn intensiver zu betreuen.

Asterix, so wurden wir vom Amtstierarzt nach der Obduktion informiert, hatte gravierende Schäden an beiden Lungenflügeln, die schon sehr, sehr lange bestanden haben. Die daraus resultierenden Herzprobleme, die die Herzfunktion deutlich eingeschränkt haben, führten zu einem sehr schlecht durchbluteten Restorganismus. Außerdem litt Asterix an hochgradiger Blutarmut, und dürfte deutlich älter gewesen sein, als wir angenommen haben!

Obelix soll auf keinen Fall alleine bleiben und so konnten wir erstmals in unserer neuen “Tierfarmbibliothek”, die wir von der Firma Bayer geschenkt bekamen, nachlesen, um gut informiert, die richtigen Partner für Obelix zu finden. Für welche Schweine wir uns schlussendlich entscheiden, werden wir demnächst berichten.

 

 

 

Workshops zur Gewalt- und Missbrauchsprävention für Buben – Herbst 2006


Workshops zur Gewalt- und Missbrauchsprävention für Buben, die bei uns außerfamiliär untergebracht sind, statt.
Mag. Raina Ruschmann und Amina Barakat von der “Initiative Prävention von sexuellem Missbrauch und Gewalt” leiten Kleingruppen für Burschen, die in unseren Wohngruppen leben.

Nachdem viele Mädchen unserer Einrichtung bereits Selbstverteidigungskurse bei einschlägigen Einrichtungen und Beratung beim Verein “Selbstlaut” in Anspruch nehmen konnten, setzten wir dieses Jahr den Schwerpunkt auf Präventionsarbeit mit Burschen.

Manche Buben haben ein erhöhtes Risikoverhalten und sind daher gefährdeter Opfer als auch “Täter”(sexueller) Gewalt zu werden. Als sozialpädagogische Einrichtung sehen wir es als unsere Aufgabe dieser Tatsache recht zeitig vorzubeugen Die Firma Bayer unterstützt unser Anliegen und finanziert die Workshops. Wir danken der Firma Bayer für die Bereitschaft, ein Tabuthema aufzugreifen und den Kindern der Wohngruppen die Möglichkeit zu bieten, an einem speziell für Burschen konzipierten Präventionsprogramm teilnehmen zu können.

Kurselemente des Präventionsprogramms für die Buben unserer Wohngruppen sind Rollenspiele, bei denen Szenen vorgespielt werden, von denen Burschen betroffen sein könnten: Die Belästigung durch einen Sporttrainer, Belästigung am Telefon oder Bedrohung durch andere Kinder und Jugendliche.
Es werden Übungen angeboten, die eine Auseinandersetzung mit dem Spüren eigener Grenzen und das Respektieren der Grenzen anderer Kinder fördern.
In den Kursen wird auch der Umgang mit Schimpfwörtern und sexualisiertem Verhalten thematisiert.

Da nach wie vor Gefühle von Buben eher abgewertet werden, fällt es ihnen oft schwerer, warnende Gefühle, die auf bedrohliche Situationen hinweisen, rechtzeitig zu erkennen.
Auch der adäquate Umgang mit Wut und Aggressionen ist Thema des Kurses: Die Buben üben dies in einem “Cool-bleib-Training, um sich im Alltag nicht unnötig provozieren zu lassen.
Mag. Raina Ruschmann und Fr.Amina Barakat bieten deshalb verschiedenen Übungen an, um die Wahrnehmung der Buben zu sensibilisieren.

Gemeinsam wurden die Workshops so konzeptioniert, dass für die SozialpädagogInnen immer wieder Möglichkeit besteht, sich mit den Leiterinnen des Präventionskurses auszutauschen. Dabei können konkrete Situationen durchgesprochen werden. Wichtige Handlungsanleitungen und Literaturhinweise ermöglichen eine intensive Auseinandersetzung mit der Thematik.

Wir freuen uns, dass wir im Umgang mit einer sehr wichtigen Thematik so kompetente Unterstützung erhalten und möchten uns bei Mag. Raina Ruschmann und Amina Barakat sehr herzlich bedanken.

 

 

 

Lamatrekkingtour – August 2006

 

Gargamel, Anatol, Picaro und wir fahren in den Urlaub….  Die Kinder und Jugendlichen der Wohngruppen unternehmen eine Lamatrekkingtour

 

Im August 06 konnte aufgrund der Unterstützung der Firma Bayer unsere lang geplante Lamatrekkingtour stattfinden.

Der Herausforderung stellten sich nicht nur unfreiwillig unsere drei Lamas Gargamel, Anatol und Picaro, sondern – diesmal natürlich freiwillig und mit viel Begeisterung – auch einige wanderfreudige SozialpädagogInnen, unsere Heilpädagogin wie auch unser Zivildiener und zahlreiche Kinder der Wohngruppen. Nicht zu vergessen: auch zwei Hunde begleiteten den Trupp.

Vom Ausgangspunkt Rapottenstein im Waldviertel begann die Trekkingtour.  Dieser erste Tag war eine große Herausforderung für alle. Der richtige Weg war nicht leicht zu finden, ein Bach musste überquert werden und viel Kilometer waren zurückzulegen. Endlich am Lagerplatz angekommen mussten noch die Zelte aufgestellt werden und Feuerholz gesammelt werden, damit am Lagerfeuer Würstel gebraten werden konnten. Tapfer haben unsere Kinder und auch die Lamas die große Herausforderung bewältigt.

Den zweiten Tag haben alle in vollen Zügen genossen. Die Lamas konnten rasten, die Kinder genossen die Möglichkeit, in der Natur herumzutollen, im Bach zu baden und am Lagerfeuer Essen zuzubereiten.

Der Abreise war bereits für den nächsten Tag geplant, die Wanderung zurück nach Rapottenstein wurde nun schon viel besser und leichter bewältigt als erwartet.

Nach der Ankunft in den Wohngruppen war deutlich die Begeisterung und der Stolz der Kinder zu spüren. Unsere MitarbeiterInnen waren begeistert von der Trekkingtour.

Das Projekt basiert auf dem großen Engagement unserer MitarbeiterInnen, denen die Förderung und professionelle Begleitung der uns anvertrauten Kinder sehr am Herzen liegt.

Wir danken ganz herzlich  Bayer Austria, die es uns durch finanzielle Unterstützung dieses wunderbare Erlebnis ermöglicht hat.